Giftig? Schmackhaft? Gesund? Pilze für Küche und Medizin

Pilze kaufen die meisten Menschen, um sie zu essen. In der Pfanne gebraten, in Sahnesoße gekocht oder roh in den Salat geschnitten – die Vielfalt an Rezepten für Pilzgerichte kennt keine Grenzen. Was viele jedoch nicht wissen: Zahlreiche Speisepilze enthalten so wertvolle Inhaltsstoffe, dass sie in der Naturheilkunde als Arzneimittel verwendet werden.

Pilze in der Küche

Keine Frage: Pilze haben Konjunktur. Dass es heute einen großen Markt für Pilze gibt, zeigt spätestens ein Blick auf die Gemüsetheke im Supermarkt, wo ausser den unvermeidlichen Champignons inzwischen auch viele andere Arten zu finden sind. So wundert es nicht, dass die Absatzzahlen beispielsweise für Champignons stetig ansteigen.

Absatzzahlen Champignons

Quelle: AMI, zitiert nach http://de.statista.com/

Frische Pilze kaufen können Sie heute fast überall; wer es bequem mag, für den gibt es die Möglichkeit, Pilze online zu bestellen; dort gibt es zudem meist auch detaillierte Informationen rund um den gewünschten Pilz, wie etwa das Portal austernpilze.org. Aber viele Pilzfreunde lieben es, selbst zu sammeln oder den Anbau auszuprobieren. Für den Anbau empfehlen sich sich pflegeleichte Fertigkulturen mit Anleitung für Haus und Garten; Pilze sammeln können Sie vom Sommer bis zum Spätherbst in Laub-, Nadel- und Mischwäldern Pilze sammeln.

Kleiner Ratgeber: Pilze sammeln

  • Erste Regel: Lassen Sie ihre Funde stehen, wenn Sie nicht völlig sicher sind, denn die Verwechslungsgefahr vieler Speisepilze mit Giftpilzen ist groß.
  • Ob schneiden oder herausdrehen – da scheiden sich noch immer manche Geister. Dabei ist beides OK.
  • Nicht mit Wasser waschen. Besser mit einem Tuch oder einer Bürste säubern
  • Transport in einem offenen Korb! In der Plastiktüte werden sie schnell schlecht
  • Generell vorsichtig anfassen – Pilze sind druckempfindlich

Doch man täte den Pilzen unrecht, wenn man sie nur als leckere Speise ansehen würde. Pilze sind mehr; Naturheilkunde und Medizin haben längst auch dieses Potential entdeckt. Um das zu verstehen, sollte aber zunächst geklärt werden, wie Pilze, biologisch betrachtet, einzuordnen sind. Pilze sind keine Pflanzen oder Tiere, sie stellen biologisch eine eigene Art von Lebewesen dar, zu der Einzeller und Vielzeller gehören. Da sie chitinhaltig sind, sind sie den Tieren mehr verwandt als den Pflanzen.

Pilze und ihre Wirkstoffe

Viele Pilze besitzen heilende und vitalisierende Wirkstoffe, deshalb können Sie auch zur Verbesserung Ihrer Gesundheit Pilze kaufen. Das Wissen über Heil- und Vitalpilze stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, wo sie seit Jahrtausenden als Arzneimittel eingesetzt werden. Sie enthalten Vitamine und Mineralstoffe, die gegen eine Vielzahl von Krankheiten helfen. Giftpilze enthalten Inhaltsstoffe, deren Verzehr auf den menschlichen Körper schädigend oder gar tödlich wirkt. Ein Sonderfall sind die halluzinogenen Pilze. Sie schädigen zwar nicht den Körper, doch ihr Inhaltsstoff Psylocibin wirkt auf die Psyche und ruft, ähnlich wie LSD, Halluzinationen hervor.

Beispiele für Heil- und Vitalpilze


Einer der bekanntesten Speise- und Heilpilze ist der aus Asien stammende Shiitake. Er enthält verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. In der Naturheilkunde wird der Shiitake gegen zahlreiche Leiden eingesetzt, von Kopfschmerzen über Magenerkrankungen bis hin zu Tumoren.
Auch der Austern-Seitling, der überall auf der Welt an der Rinde von Laubbäumen wächst, ist ein beliebter Speisepilz, der zudem auch in vielerlei Hinsicht als gesund gilt. So wird aus ihm ein Molekül gewonnen, welches Darmkrebszellen abtötet.
Trüffel gehören zu den edelsten und teuersten Speisepilzen. Was weniger bekannt ist: Sie besitzen ebenfalls antibiotische und vitalisierende Wirkstoffe und werden als Aphrodisiakum eingesetzt.
Der Mu-Err ist vor allem in der asiatischen Küche als Speisepilz verbreitet. Die Traditionelle Chinesische Medizin verwendet ihn zur Therapie von Kreislaufstörungen und Arteriosklerose.
Durch eine Symbiose von Hefen entsteht der Kombuchapilz, aus welchem ein Getränk mit immunstärkender und entgiftender Wirkung hergestellt wird.
Wussten Sie eigentlich, dass auch Antibiotika etwas mit Heilpilzen zu tun haben? Das natürlich vorkommende Penicillin entsteht durch einen Stoffwechselprozess von Schimmelpilzen. In der Medizin wird es zur Abtötung bakterieller Krankheitserreger verwendet.

Weitere Links zum Thema

Deutsche Gesellschaft für Mykologie
www.fungiworld.com – mit Datenbank zu Pilzen
Uni Innsbruck: Seltener Heilpilz könnte in der Tumorbehandlung Verwendung finden