Längeres Leben mit dem richtigen Rotwein

Dem Rotwein wird schon seit längerem eine lebensverlängernde Wirkung nachgesagt. Grund hierfür sollen die im Rotwein enthaltenen Polyphenole sein, welche entzündungshemmend wirken und zugleich Herzerkrankungen und Krebs vorbeugen. Doch einen besonders hohen Anteil an Polyphenolen haben nur Rotweine, die in bestimmten Regionen gereift sind.

Es waren britische Forscher, die erstmals die unterschiedlich hohe Konzentration an Polyphenolen in Weinen nachgewiesen haben. Und sie fanden heraus, dass die Schwankung am Anbaugebiet liegt und nicht etwa an der Verarbeitung des Weines. Somit bestätigten sie zum einen frühere Studien, die Rotwein eine positive Eigenschaft bezüglich der Beeinflussung von Herzerkrankungen und damit in Zusammenhang stehenden Durchblutungsstörungen bescheinigten. Zum anderen konnten sie dieses Phänomen mit stichhaltigen Beweisen belegen.

Der höchste Anteil an Polyphenolen wurde dabei bei Weinen von der italienischen Insel Sardinien gefunden. Hier war es vor allen Dingen die Provinz Nuoro, die besonders hohe Werte vermelden konnte. Doch auch aus dem südwestfranzösischen Départmenet Gers kommt ein solch gesundheitsfördernder Wein. Diese beiden Gegenden sind bereits seit langem für das hohe Alter ihrer Bewohner bekannt.

Um den Test durchführen zu können, haben die britischen Forscher endotheliale Zellen benutzt, welche in unseren Arterien und Venen zu finden sind. Durch die Tests fanden sie heraus, dass die Konzentration der Polyphenole in den Weinen aus den beiden Anbaugebieten teilweise bis zu zehnmal so hoch war, wie bei Weinen aus anderen Anbaugebieten.

Weitere Untersuchungen haben dann ergeben, dass der Grund hierfür unter anderem in der traditionellen Anbau- und Verarbeitungsweise liegen könnte. Durch den nur sehr geringen Einsatz von Maschinen bleiben die Polyphenole in großer Anzahl im Rebsaft enthalten. Zudem werden in den Anbaugebieten die eher seltene Rebsorte Tannat verwendet, welche schon von vorne herein einen besonders hohen Anteil des Stoffes in sich trage.

Es stimmt also durchaus, dass der Genuss von Rotwein einen gesundheitsfördernden Aspekt mit sich bringt. Allerdings nur, wenn man den Wein in Maßen und nicht in Massen genießt. Denn hier gilt leider nicht die Regel, dass Viel auch viel hilft. Vielmehr sollte man sich darauf beschränken, täglich ein Glas Rotwein zu konsumieren. Gerne in den Abendstunden, wenn man zur Ruhe gekommen ist und den Wein auch genießen kann. In diesem Sinne: Prost.